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Dorfverein Rederscheid e.V.

Herr Jürgen Heinemann

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Die Geschichte der Rederscheider Dorfkapelle

 

Wenn man der mündlichen Überlieferung Glauben schenken darf, soll die Kapelle von einem Rederscheider Bürger Namens Wilhelm Hüngsberg erbaut worden sein. Es wird erzählt, dass er sich einstens auf dem Heimweg von Bad Honnef nach Rederscheid befand, wo er von einer Räuberbande überfallen, ausgeplündertund schwer misshandelt worden war. In der großen Not soll er ein Versprechen gemacht haben, zu Ehren des hl. Sebastianus in seinem Heimatdorf Rederscheid eine Kapelle erbauen zu wollen. Daraufhin sei er auf wunderbare Weise gerettet worden.

 

Wie es im Leben so ist,nach seiner Rettung vergaß er sein Versprechen. Erst Jahre später wurde er in ähnlicher Weise wieder an das Versprechen erinnert. Er verlief sich am Dachsberg, fand dann aber glücklicherweise wieder den Weg nach Hause. Nunmehr hatte er der Überlieferung nach soviel Glück, dass er mit dem Bau der Kapelle begonnen hat. Aus einer im Windhagener Pfarrarchiv aufbewahrten Urkunde geht hervor, dass die Kapelle am 10. Mai 1803 vom damaligen Pfarrer Matthias Bertges mit Erlaubnis des Domkapitels eingesegnet und für den Gottesdienst geweiht wurde. Außerdem wurden ein neues Kreuz und die Statue des hl. Sebastianus in der Kapelle aufgestellt und geweiht.

 

Kapelle

Noch heute ist das kleine Gotteshaus eine wirkliche Zierde des Ortes und ein Anziehungspunkt. Die Kapelle, ein freundlicher, weißverputzter Rechteckbau mit dreiteiligem fensterlosen Schluss liegt inmitten des Dorfes Rederscheid. Sie trägt ein geschiefertes Satteldach, welches über dem Chor in ein Walmdach übergeht. Auf dem Giebel sitzt ein geschiefertes Glockentürmchen mit Kreuz und Wetterhahn. Im offenen Glockentürmchen hängt ein im Jahre 1832 gegossenes Bronzeglöckchen, 32cm im Durchmesser und 30 Kg. Schwer. Über dem Eingang ist eine farblich gefasste Muttergottesfigur befestigt, eine Madonna mit gefalteten Händen, die auf einem Drachen steht.

Die Marienfigur ist durch ein schirmähnliches, in weinrot gehaltenes Dach geschützt. Unter dem Fachwerk des Giebeldreiecks befindet sich die rechteckige Türöffnung mit einer Holztür. Durch ein kleines Fenster in der Tür ist dem Besucher, wenn er die Kapelle verschlossen vorfindet, ein Blick ins Innere des Kapellenraumes gestattet. Der kleine Innenraum liegt im gedämpften Licht, das von den Fenstern an der Seite einfällt. An den Seiten entlang stehen St¸hle. Der kleine Chorraum wird durch einen Querbalken im Gewölbe mit aufsitzendem Kreuz vom Schiff optisch getrennt. In der Nische der Rückwand steht eine alte Statue des hl. Sebastianus ( die Statue soll aus dem Kloster Heisterbach stammen ), davor ein barockes Altärchen. Das Antependium zeigt eine auf Holz gemalte Madonna mit Kind.

 

Neben der Verehrung des hl. Sebastianus, dessen Patronatsfest auf den 21. Januar fällt, genießt die Muttergottes ebenso die besondere Zuneigung und Verehrung der Rederscheider (bis in die 50er Jahre wurde im Monat Mai am Nachmittag die Maiandacht gefeiert), die Ihr Kapellchen lieben, umsorgen und pflegen. Mehrere Renovierungen und Neuerungen ( Gedenkstein für die Opfer der beiden Weltkriege ), neue Bepflanzung, Zaun, Bank u.s.w. im Verlaufe der Jahre zeigen, dass die Bewohner von Rederscheid mit Sorgfalt auf ihr Kapellchen achten und es im besten Stand halten.

 

Von Karl-Heinz Höfer

 

 

 

 

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